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Gemeinde Stocksee Stocksee, 11.03.2009
- Der Bürgermeister -

Breitbandversorgung der Gemeinde Stocksee

Die Gemeinde Stocksee hat ca. 430 Einwohner mit 210 Haushalten und ca. 200 Telefonanschlüssen die zum Telefonnetz Ascheberg ( 04526-) gehören.
Eine DSL-Verfügbarkeit im unteren Übertragungssegment ist lediglich im nördlichen Dorfbereich in ca. 15 Haushalten vorhanden. Der Internetzugang ist sonst nur über ISDN oder einzelne behelfsmäßige Sonderlösungen (Satellit u.a.) insbesondere im gewerblichen Bereich mit sehr geringen Übertragungskapazitäten und nicht störungsfrei möglich.
Aufgrund dieser Situation stellt sich für viele gewerbliche Nutzer
in Stocksee mittelfristig die Standortfrage, junge Mieter wandern wieder ab, weil sie wie selbstverständlich von einer DSL-Verfügbarkeit ausgegangen sind, Immobilien lassen sich schlechter verkaufen, Anbieter werden bei hohen Datenmengen gebeten auf andere Medien auszuweichen (Fax...), PC-Heimarbeitsplätze können nicht angenommen werden, Schüler/Studenten müssen auf PC in der Schule/andere Orte ausweichen…usw.

Dieser Zustand wirkt sich zunehmend negativ auf die Entwicklung des Dorfes aus und ist so nicht hinnehmbar.

Eine Einwohnerinitiative in den Jahren 2005/2006 zur Verbesserung der Situation führte zu keinem Erfolg, da die Kosten aufgrund der relativ geringen potentiellen Nutzerzahlen zu hoch sein sollen. Eine Versorgung der Gemeinde Stocksee durch die TELEKOM war in absehbarer Zeit nicht geplant.
Im Breitbandatlas des Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie ist das Gebiet der Gemeinde Stocksee als unversorgt gekennzeichnet.

Angeregt durch eine Informationsveranstaltung zur Breitbandförderung am 11.07.2008 in Kiel, Sparkassenakademie, wurde im August 2008 von mir eine Einwohnerbefragung zum Interesse an einer DSL-Internetanbindung per Handzettel an jeden Haushalt durchgeführt.

Die Bedarfsabfrage ergab mit Nachmeldungen eine potenzielle Nutzerzahl von
73 DSL-Anschlüssen, darin enthalten (nur/auch) 21 gewerbliche Nutzer in der Gemeinde Stocksee. Bei einer DSL-Verfügbarkeit dürfte langfristig von einer höheren Nutzerzahl auszugehen sein.

Über den im Ort tätigen technischen Kundendienst der TELEKOM wurde zur Klärung der technischen Voraussetzungen Kontakt zum zuständigen Stab der Technischen Infrastruktur Niederlassung Nord der Deutschen TELEKOM in Heide, Herrn Dipl. Ing. Rabe, 0481 91-2102, hergestellt.

Aufgrund der vergleichbaren Versorgungssituation in den Nachbargemeinden Damsdorf und Tensfeld wurde ein Informationsgespräch zur Darlegung der aktuellen Situation und Möglichkeiten einer Breitbandanbindung der betroffenen Gemeinden mit den Bürgermeistern, Tensfeldt: Fr. Dr. Klüver, Damsdorf: Herr Jörn Fischer, für den 11.09.2008 vereinbart und durchgeführt.

Eine darauf erfolgte Prüfung der TELEKOM zu einer technische Umsetzung und Wirtschaftlichkeitsberechnung für die Gemeinden, ergab für die Gemeinde Stocksee
aufgrund eines Hinweises des Unterzeichners, das in der Nachbargemeinde Nehmten ein Gesundheits-Call-Center direkt mit einem Glasfaserkabel der versorgt sein soll, eine besondere Situation:

Es wurde festgestellt, dass lediglich 145 m vom 1. Kabelverzweiger im Ort am nördlichen Dorfrand vorbei ein Glasfaserkabel der TELEKOM verläuft und nach Prüfung eine Anbindung der Gemeinde Stocksee unter Nutzung von vier freien Fasern und eine Breitbandversorgung der Gemeinde Stocksee möglich ist.
Bei Anschluss beider Kabelverzweiger im Dorf, mit einem Kabelgraben von ca. 950 m würde man folgende Leistungen für die 200 Anschlüsse im Gemeindegebiet erreichen:

Ca. 140 mit Übertragungsraten von 16000 kbit/s Downstream, 1024 kbit/s Upstream
Ca. 40 mit Übertragungsraten von 6016 kbit/s Downstraem, 576 kbit/s Upstream
Ca. 20 mit Übertragungsraten von 2048 kbit/s Downstream, 192 kbit/s Upstream

Damit wären die Anforderungen entsprechend den Förderrichtlinien deutlich überschritten.

Eine spätere Steigerung der Übertragungsraten auf 50 Mbit/s würde die TELEKOM übernehmen.

Aus hiesiger Sicht erübrigt sich damit die kostenträchtige Inanspruchnahme eines Gutachters für eine Machbarkeitsstudie.

Es wurde mitgeteilt, dass die Gesamtkosten für die Breitbandversorgung der Gemeinde Stocksee mit Anschluss der beiden Kabelverzweiger im Dorf mit Glasfaserübertragungstechnik und jeweiliger Stromversorgung und einer
Verkabelung mit einem Glasfaserkabel von ca. 950 m Länge und in 0,6 m Tiefe, entlang der Dorfstraße über 80.000 € kosten würde.

Die Wirtschaftlichkeitslücke würde bei 83 Kunden insgesamt und maximal 44.907,-€ betragen.
Dieser Betrag setzt sich aus den Erdarbeiten für den Kabelgraben, wie in der Anlage zum Kooperationsvertrag beschrieben, von 26.615,- Euro, und einer Deckungslücke in Höhe von 18.292,- Euro (wertgleich 137 DSL-Kunden) zusammen.

Bei 137 DSL-Kunden würde dieser Betrag ganz entfallen – bei jedem Kunden
weniger wären einmalig je 332,- Euro zu zahlen. Dieser Betrag wäre erst nach einem Jahr DSL-Verfügbarkeit zu zahlen.
Sollten weniger als 83 Kunden zusammenkommen, trägt die TELEKOM das Risiko und der Betrag für die Gemeinde würde sich nicht erhöhen.
Die Erdarbeiten kann die Gemeinde selbst übernehmen, das Material und die Bauleitung werden von der TELEKOM gestellt, bzw. übernommen und sind in der Kostenberechnung des vorgelegten Kooperationsvertrages enthalten.
Diese Maßnahmen wären noch in 2009 umsetzbar.



Im Zusammenhang mit den Aktivitäten der Aktiv Region Schwentine–Holsteinische Schweiz zur Versorgung des ländliches Raumes mit eine flächendeckenden Breitbandversorgung wurde auch die Darstellung einer auf Richtfunk basierenden Lösung betrachtet.
Diese Möglichkeit wird aufgrund der technischen Voraussetzungen für Stocksee nicht weiter verfolgt, da sie nicht zukunftsträchtig erscheint. Da die Leistungen ( 2 bis 6 Mbit/s ) langfristig nicht ausbaufähig und nicht störungsfrei sind und die dargestellten Leistungen sich jeweils auf die jeweiligen Nutzer eines Sendemastes aufteilen.
Die Errichtung von zusätzlichen Sendemasten und Hausantennen wird von der Einwohnerschaft auch weitgehend abgelehnt.

Der von der Deutschen Telekom AG der Gemeinde Stocksee am 29.11.2008 angebotene Kooperationsvertrag zu Realisierung der Breitbandversorgung wurde
in seiner Angebotsfrist bis zum 25.04.2009 verlängert.
In Schleswig-Holstein haben bisher über 14 Gemeinden derartige Kooperationsverträge mit der Deutschen TELEKOM abgeschlossen.

1.Die Gemeindevertreter wurden am 29.01.2009 in einer Informationsveranstaltung
über die technischen Möglichkeiten und den Inhalt des Kooperationsvertrages
informiert

2. Allen Gemeindevertretern liegt der Kooperationsvertrag (29.11.08) vor

3. Der Vertrag wurde bisher nicht unterzeichnet

4. Ein Kooperationsvertrag inklusive der Erdarbeiten (Komplettlösung) wurde
als Alternative am 04.02.2009 bei Herrn Rabe angefordert und zugesagt

5. In der Haushaltssatzung 2009 der Gemeinde Stocksee ist der
Gemeindeanteil/ bzw. die Erdarbeiten in Höhe von 26.615,- Euro
für die DSL-Verfügbarkeit noch nicht eingestellt

6. Eine mögliche Deckungslücke bis zu einem Maximalbetrag von
18.292,- Euro wäre bei einer Realisierung in 2009, 12 Monate ab
DSL- Verfügbarkeit, frühestens zum Ende 2010 zu zahlen.

- Dierk Jansen -